ASAMBLEA, ASAMBLEA – Erste Staffel, Folge 1: Giesinger Bahnhof

Wir beginnen leise und enden mit einem Paukenschlag.
Soweit das bisherige Konzept.
Super! – …oder?

Das „leise“ bezieht sich auf die erste, der „Paukenschlag“ auf die letzte einer zusammenhängenden Reihe von sechs Asambleas in diesem Frühjahr-Sommer-Herbst 2014.

Im Zentrum dieser Reihe steht „DEMOKRATIE“ –

– vorerst allerdings nur als rot hingekritzelter und eingekringelter Begriff in der Mitte eines Zeitstrahls, bei dem der Abschnitt zwischen Mai und Oktober mit wundersamen Zeichen und Chiffren so übersät ist, dass ein Verschwörungstheoretiker seine helle Freude daran hätte.

spoxx an der Timeline für die Sechs Asambleas der Saison Frühjahr-Sommer-Herbst 2014 - Foto by Jaro Gruber

spoxx an der Timeline für die Sechs Asambleas der Saison Frühjahr-Sommer-Herbst 2014 – Foto by Jaro Gruber

Aber die Wirklichkeit ist ganz profan:

Wir arbeiten in unserer Münchner EDJ-Gruppe hier erstmals mit einer Technik, die der Drehbuch-Guru Syd Field ursprünglich für die Autoren von Hollywood-Blockbustern entwickelt hat.
Ich habe sein „Drei-Akt-Paradigma“ im Zuge meiner eigenen Tätigkeit als selbstausbeuterischer Kulturarbeiter von seinem Hollywood-Balast und von Aristoteles befreit und vereinfacht, um es als dramaturgisches Koordinatensystem zur Strukturierung von allen möglichen Zeitabläufen nutzen zu können.
So auch zur Strukturierung unserer Reihe von Sechs Asambleas.

Ich kann das Ganze vor mir sehen wie einen Film:

Er beginnt ganz leise, morgen schon, am Giesinger Bahnhof.
Dann spannt es sich in elegantem Bogen über den Pfeiler des Ersten Drehpunkts (D1) am ersten Samstag im Juni bis zum zweiten Drehpunkt (grüner Pfeil), irgendwann Mitte August, um dann in der letzten, der Oktober-Asamblea, LAUT in besagtem Paukenschlag furios zu kulminieren:
In einem Fest – einem Demokratie-Fest vielleicht?
Aber wie kommen wir da hin? Wie fangen wir an?

Ich denke an das Fest am Ende, bei dem (wie bei jedem Film, der mit einem Fest endet) alle – die Protagonistinnen und die Gegenspieler, die tragischen und komischen Helden, die unterstützenden und die Nebenrollen – alle noch einmal aufeinandertreffen im Finale: aber vielleicht sind sie jetzt irgendwie verändert:
Wer sind die…? –
– … unsere persönlichen Bedürfnisse und Hoffnungen, unsere Erwartungen und Enttäuschungen in Gesellschaft und Politik und Wirtschaft, die Gruppen und Aktivitäten in denen wir uns engagieren oder die mit uns in Konfrontation liegen, die grossen Player auf den grossen Bühnen und die im Hintergrund…

Keiner von uns weiss, wie die Welt Ende Oktober aussehen wird.
Vielleicht bricht morgen ein neuer Krieg aus; vielleicht ist zwischenzeitlich eine neue Finanzblase geplatzt oder das historische Friedensprojekt eines versöhnten und vereinten Europa fliegt uns um die Ohren. Die grossen globalen Probleme und ihre scheinbar kleinen lokalen Ableger sind immens komplex in ihren wechselseitigen strukturellen Verflechtungen von Ursachen und Wirkungen.
Wo sollen wir da nur anfangen!
WIE, also, fangen wir an?

Leise.

Wir reden miteinander und denken nach…
Oder wir denken nach und reden miteinander…
Wer sind unsere ProtagonistInnen? Wie verhalten sie sich zueinander? Was sind die Ursachen ihrer Konflikte, was die Lösungswege… – die mögliche… – die denkbaren…
Ein Brainstorming.
Wir tun das öffentlich und lassen uns dabei zuschauen von den zufällig Vorbeikommenden. Wir lassen sie mitreden, mitdenken… – mitspielen…
Und wir sehen, was passiert.

Ach –
Man kann übrigens auch eine einzelne Asamblea mit Hilfe des Drei-Akt-Paradigmas strukturieren.

Wollen wir es versuchen?

[EDIT 15.05.2014 15:40]
Für diesen Vorschlag, die Sechs Asambleas dieser Saison als „Serie“ zu gestalten, gab es keine Unterstützung aus der Gruppe.
Siehe Protokoll zum Plenum vom 14.Mai.2014 – Mein Kommentar
[/EDIT]

Am Samstag, den 3. Mai 2014
14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Asamblea am Giesinger Bahnhof

[EDIT 03.05.2014 0:00]

[/EDIT]

5 Gedanken zu „ASAMBLEA, ASAMBLEA – Erste Staffel, Folge 1: Giesinger Bahnhof

  1. Gerade fragt mich Pascal via Facebook:
    „Ist es so, dass wir morgen leise sein sollen, oder kann ich eine laute Ansprache halten?“
    Als Antwort bette ich am Ende des Blogposts noch ein Video ein:

    Simon and Garfunkel
    Live in Central Park, New York, 1981

    The Sound of Silence
    Songtext

    Hello, darkness, my old friend
    I’ve come to talk with you again
    Because a vision softly creeping
    Left its seeds while I was sleeping
    And the vision that was planted in my brain
    Still remains
    Within the sound of silence

    In restless dreams I walked alone
    Narrow streets of cobblestone
    ‚Neath the halo of a streetlamp
    I turned my collar to the cold and damp
    When my eyes were stabbed by the flash of a neon light
    That split the night
    And touched the sound of silence

    And in the naked light I saw
    Ten thousand people, maybe more
    People talking without speaking
    People hearing without listening
    People writing songs that voices never shared
    No one dared
    Disturb the sound of silence

    „Fools,“ said I, „You do not know
    Silence like a cancer grows
    Hear my words that I might teach you
    Take my arms that I might reach you“
    But my words like silent raindrops fell
    And echoed in the wells of silence

    And the people bowed and prayed
    To the neon god they made
    And the sign flashed out its warning
    In the words that it was forming
    And the sign said, „The words of the prophets
    Are written on the subway walls
    And tenement halls
    And whispered in the sounds of silence“

    source: http://www.songtexte.com/songtext/simon-and-garfunkel/the-sound-of-silence-23da7c1b.html

  2. … Wir reden miteinander und denken nach…
    Oder wir denken nach und reden miteinander… äääähhhm, ich dachte, du hattest die sache vom Aristoteles befreit 🙂

    daaanke fürs aufschreiben, wird uns sicherlich beim spannungsaufbau helfen 🙂

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